Die Freiheitskämpfe der Frauen – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Frauenstreik in Madrid am 8. März 2018

Wir freuen uns, unseren neuen Film vorzustellen:

Die Freiheitskämpfe der Frauen – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Ein Film von Sabine Jainski & Ilona Kalmbach

am Samstag, den 3.11.18 um 21:45 in 3sat und hier in der Mediathek
und am Mittwoch, den 14.11. um 0:45 im ZDF

Rita Süssmuth © Anne Misselwitz

„Nur kleine Schritte bedeuten Trippelschritte, und dann warten wir weitere 100 Jahre. Ich kann Ihnen nur sagen, es gehört auch eine bestimmte Rebellion dazu, dass etwas nicht so bleiben soll weiterhin, wie es war.“ Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., setzt den Ton für diesen Film. Sie engagiert sich für eine Quote – in den Parlamenten ebenso wie in der Wirtschaft – und für eine vernünftige neue Lösung des Abtreibungsrechts.

Schon vor 100 Jahren forderte die Frauenbewegung bessere Bildung, Lohngerechtigkeit, körperliche Selbstbestimmung und politische Partizipation. Diese Ziele sind noch lange nicht erreicht, wie die Ausstellung „Damenwahl“ im Historischen Museum Frankfurt a.M. zeigt. Sie zeigt aber auch, wie energisch und fantasievoll Frauen und Männer seit dem 19. Jahrhundert für Gleichberechtigung eintraten. Mehr lesen

Das Vermächtnis von Thomas Buergenthal

Am Sonntag, dem 21.10. hatte in Nürnberg unser neuer Film Premiere, im historischen Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse  – mit einem großartigen Protagonisten:

Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien
Frieden durch Gerechtigkeit
Das Vermächtnis von Thomas Buergenthal

Ein Film von Sabine Jainski & Ilona Kalmbach, 45 min.

Richter Thomas Buergenthal steht für Gerechtigkeit und Versöhnung. Er hätte leicht den Hass wählen können: Als Kind wurde er mit seinen Eltern in Arbeitslager gesteckt und schließlich nach Auschwitz deportiert, sein Vater starb im KZ Buchenwald. Mit 11 Jahren überlebte Buergenthal den Holocaust, seine Mutter fand ihn durch großes Glück in einem Waisenhaus in Polen. Mit 17 Jahren wanderte Thomas Buergenthal in die USA aus und studierte Jura. Er interessierte sich schon früh für Menschenrechte und schrieb mit seinem Professor das erste Fallbuch zum Thema – damit begründete er das juristische Feld, das heute so wichtig ist. Er wurde zum Richter an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte und an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag berufen. Er arbeitete für den UN-Menschenrechtsausschuss und die Wahrheitskommission für El Salvador. Als Professor in Washington und an vielen Orten weltweit bildete er Generationen von Völkerrechtlern und Menschenrechtsjuristen aus. Mehr lesen

Rebellisch oder unpolitisch? Protestgeneration 2018 am 22.5. in arte

Demonstration für Recht auf Abtreibung in Madrid © Raúl Cadenas

Wenn die Menschen in Europa immer älter werden – wie steht es dann um die Jugend? Als Wähler können sie kaum Einfluss ausüben, denn die Älteren sind ihnen zahlenmäßig weit überlegen – und sie gehen regelmäßig zur Wahl. Deshalb interessieren sich Politiker kaum für junge Menschen. Deshalb müssen sie ihre Interessen auf andere Weise vertreten. Unser Fernsehtipp:

Rebellisch oder unpolitisch? Protestgeneration 2018
Ein Film von Sabine Jainski & Ilona Kalmbach
WDR / arte 2017
am Dienstag, den 22.5. um 23:30 Uhr in arte
(vorher läuft ein historischer Zweiteiler zu 1968)
und hier in der Mediathek

50 Jahre ist es her, dass Studierende in Europa und den USA auf die Straße gingen und viele glaubten, die Revolution stünde vor der Tür. Heute sieht man ein Erstarken der Rechten, mit Trump in den USA, Marine Le Pen in Frankreich, der AfD in Deutschland. Wie steht es also um das politische Engagement der jungen Menschen in Europa heute, 50 Jahre danach? Was können sie vom Erbe der 68er übernehmen? Brauchen wir eine neue Protestgeneration in Europa? Der Film stellt politisch engagierte junge Menschen in Deutschland, Frankreich und Spanien vor, die sich durch die etablierte Politik nicht mehr vertreten fühlen. Er fragt nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu 1968 – mit den Jugendforschern Klaus Hurrelmann und Anne Muxel.

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Und wenn wir alle zusammenziehen?

Und wenn wir alle zusammenziehen?

Gemeinsam wohnen im Alter: Soziales Experiment oder Utopie?

„Wir dachten an eine kleine Gruppe von Leuten, die gemeinsam ihr Haus bauen und gemeinsam entscheiden – das war eine totale Utopie.“ Seit vier Jahren kämpft Régis Verley gemeinsam mit seiner Frau Françoise für ihr Wohnprojekt Les ToitMoiNous in der Nähe von Lille. In diesem Jahr sollte das Haus endlich gebaut werden – doch dann fanden die Bauarbeiter archäologische Überreste, und die Baustelle wurde gesperrt …

„Wir sind mitten in einem sozialen Experiment! Und das mache ich lieber mit Frauen im Boot, zumal wir älteren Frauen oft alleinlebend sind“. Die Soziologin Astrid Osterland ist vor acht Jahren in den Beginenhof in Berlin gezogen. Hier sind ausschließlich Frauen die Eigentüme­rinnen ihrer Wohnungen, ganz gleich, mit wem sie dort wohnen.

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Die Ministerin und die Tänzerin

Die Ministerin und die Tänzerin

Ursula Lehr und Fe Reichelt zählen für uns zu den wichtigsten Vorbildern für das neue Altern – jede auf ihrem Gebiet. Ursula Lehr ist die oberste Alten-Lobbyistin Deutschlands. Ohne sie wäre unser Land sicherlich viel weniger seniorenfreundlich – und damit auch weniger kinder- und menschenfreundlich. Fe Reichelt, die Pionierin der Tanztherapie, sorgt noch mit 90 Jahren für einen gesunden Körper und Geist bei all ihren Schülerinnen und Schülern – und bei sich selbst. Am 8. April in ARTE! Mehr lesen

Wohnen für die zweite Lebenshälfte

Wohnen für die zweite Lebenshälfte

„Es sind die Alten, die sich engagieren!“

In Schweden hat man sich bereits in den 1980er Jahren Gedanken über gemeinschaftliches Wohnen im Alter gemacht – und ein ganz neues Modell entwickelt: Häuser für die zweite Lebenshälfte. Das erste Haus namens Färdknäppen („Reisegefährte“) wurde schon 1993 gebaut. „Als wir damals darüber nachdachten, hatten alle Kinder oder schon Enkel. Wir lieben sie, aber wir wollten auch wieder ein eigenes Leben haben. Wir dachten: Jetzt sind wir an der Reihe!“, erklärt die 80jährige Gun Hedén, die von Anfang an dabei war.

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Thérèse Clerc, die „Amazone mit den weißen Haaren“

Thérèse Clerc, die „Amazone mit den weißen Haaren“

„Ich würde gerne ein Lied schreiben, ich habe schon den Refrain: Wenn alle Alten der Welt euch ihr Dynamit hinterlassen, dann gäbe das eine Bombe für morgen.“
(Thérèse Clerc, Liebe und andere Kleinigkeiten,
Teil 3 der Reihe Das Beste kommt noch, Sendung: 22.4.16, 22:45 Uhr)

Vor zwei Jahren habe ich Thérèse kennengelernt: eine energische, kreative, warmherzige und liebevolle Frau, die sich ohne Scheu als „Revolutionärin“ bezeichnete. Für sie war der Mai ’68 ein Erweckungserlebnis: In einer streng katholischen Familie aufgewachsen, heiratete sie sehr jung einen viel älteren Mann, bekam vier Kinder und hatte alle Mühe, mit dem Haushaltsgeld hinzukommen. Wollte sie mehr haben, „musste ich sehr nett zu meinem Mann sein“. Bei den Arbeiterpriestern hörte sie zum ersten Mal von Marx und Engels. Und dann kam die Studentenrevolte: „eine Befreiung aus dem Gefängnis, dem Gefängnis der Sprache, des Denkens und des Körpers“. „Wir waren erzogen, immer Ja zu sagen, und jetzt plötzlich wagten wir es, Nein zu sagen.“ Mehr lesen

André Vallette – der Mann fürs Business

André Vallette – der Mann fürs Business

André Vallette ist 77 Jahre alt, früher hat er die Finanzabteilung eines großen Baukonzerns in Frankreich geleitet. Gemeinsam mit seiner Frau Bernadette tritt er in der ersten Folge unserer Dokureihe Das Beste kommt noch auf, unter dem Titel Ruhestand? Nein danke!.

Als ich André vor zwei Jahren kennenlernte, holte er uns mit seinem Jaguar von der Bahnstation ab und Bernadette servierte uns erst einmal ein Glas Champagner (es blieb nicht das letzte). Ich fragte ihn: „Wie wird man gut alt?“ Er lachte und sagte, die Frage könne er nicht beantworten – er sei doch im Kopf erst 20! Nur der Körper, der werde eben langsam alt …

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Noch so richtig viel Lust… (tt-Blogwichteln)

Noch so richtig viel Lust… (tt-Blogwichteln)

Ein Beitrag von Karin Klug*

Ja, ja, ja, dieser Blog gefällt mir, spricht mich an…. die neuen Welten des Alters erkunden…. Lust kriegen, das Alter zu leben…. genau das ist es, das mich zunehmend beschäftigt!

ttbw_buttonIm Rahmen einer Blogwichtelaktion des „wortstarken“ Frauennetzwerkes texttreff darf ich nun Sabine Jainskis Blog bewichteln, sprich: ein paar eigene Gedanken zum Thema hier anbringen.

Ich bin 51 Jahre alt. Solange ich jünger war, 10, 20, 30 schien mir das Leben jenseits der 50 unendlich weit weg, nicht greifbar, unvorstellbar. Menschen über 50, gar mit 60 oder 70 waren alt, uralt. Sie sahen anders aus, die Frauen mit toupierten, vom Haarspray fixierten Lockenkopf, in seltsamer, meist dunkler, altertümlicher Kleidung, mehr oder weniger wohlbeleibt, oft mit gebeugtem Rücken. Beliebt auch die Küchenschürze oder sogar das Kopftuch. Falten im Gesicht, falsche Zähne und ein schwerer Gang, mit Stock oder sonstiger Stütze. Die Männer mit mehr oder weniger Haaren am Kopf (mit der grausamen Variante, wenn die einzelnen verbliebenen Haarsträhnen gleichsam als Toupet über den kahlen Kopf gelegt wurden)… alte Menschen, die ihr (arbeitsreiches) Leben gelebt haben, sich nun mehr oder weniger in den Lehnstuhl zurückzogen, ihre Gebrechen pflegten, vor sich hinsiechten und einsam daheim oder im Heim auf ihr Ende warten…. Mehr lesen